2006

Jetzt, wo der Deckel drauf ist, wo die ganzen kleinen Scheckkartenformat-Kalender aus dem Portemonnaie sortiert sind (… wo die im Laufe des Jahres nur immer alle her kommen), wo also quasi die fette Lady die Schlußarie auf 2006 gesungen hat und Du auf dem Bürgersteig nicht weißt, ob dieser rotbraune Haufen da das Verdauungsendprodukt irgend eines Straßenköters ist, oder doch nur die verwesende Leiche eines kapitalen Silvesterböllers, jetzt dann auch Jahresrückblick. Also nicht schon Ende November, nicht mit Jauch, auch nicht ganz neu (weil z.B. schon hier und überhaupt anderswo schon jahrelang unterwegs) aber trotzdem.

  • Zugenommen oder abgenommen? Abgenommen, deutlich.
  • Haare länger oder kürzer? weniger kürzer
  • Mehr Kohle oder weniger? Unterm Strich mehr. Aber auch mehr für tun müssen. Dafür auch mehr Zeit dafür.
  • Mehr ausgegeben oder weniger? Mehr. Und zuviel.
  • Mehr bewegt oder weniger? Viel mehr.
  • Der hirnrissigste Plan? Die Sache mit der Fernbeziehung. Und zu glauben, das das klappt. Weil “muß klappen”, mangels Alternative. Du kannst ja schlecht sagen »Bleib hier und geh pleite.«
  • Die gefährlichste Unternehmung? Lampen anschrauben, ohne vorher mal einen Blick in den Sicherungskasten zu werfen. Immerhin, der Schutzschalter funktioniert.
  • Der beste Sex? Lang ist’s her.
  • Die teuerste Anschaffung? Bezahlt und noch nicht geliefert – Möbel.
  • Das leckerste Essen? Schmackhafte Oasen in einem kargen Jahr: Penne arrabiata beim kleinen Italiener neben dem Studio. Weihnachtsfondue drei Tage nach Weihnachten, und die Gonzales bei Joey’s.
  • Das beeindruckendste Buch? Tim Willocks – Die Gefangenen von Green river
  • Der ergreifendste Film? Mehr Sport, mehr gelesen, weniger Film.
  • Die beste CD? Audioslave – Revelations
  • Die meiste Zeit verbracht mit …? Schlechter Laune und ihrer schäbigen Cousine, der miesen Stimmung.
  • Die schönste Zeit verbracht mit …? Den Kollegen Januar, Februar und März.
  • Vorherrschendes Gefühl 2006? Weltuntergang
  • 2006 zum ersten Mal getan? Ich hatte die Dummheiten vorher schon alle durch. Und die, die ich noch nicht durch hatte habe ich auch nicht angefangen. Immerhin.
  • 2006 nach langer Zeit wieder getan? Gebloggt. Und alleine eigene Wohnung bezogen.
  • Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Die Leere im Herzen, das Fehlen in den Armen und der Affe auf dem Rücken.
  • Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Sein Ding durchzuziehen.
  • Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? Vertrauen und Unterstützung.
  • Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Eine simple Umarmung.
  • Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? »Bleibst Du denn trotzdem mein Freund?« Von einem achtjährigen Bengel.
  • Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe? »Wenn ich darf, gerne!«
  • 2006 war mit einem Wort …? Schmerzvollelementarbereini- gendekatharsismiteinemneuenlebenunddemstillengedanken- dasmandochhättedraufverzichtenkönnenweileigentlichendlich- gerademalruheimleibgehabtunddannzwotausendsechsund- allesimeimerquasiresetmitneustartmanweissnochnichtwozus- gutistaberhilftjaallesnichtsalsokopfhochundweiter.

6 Kommentare, Comment or Ping

  1. Genau. Deckel Drauf und in eine bessere Zukunft.

  2. Meine Herren, mit dem schönsten Satz 2006 kann aber in 2007 nichts aber auch rein gar nichts schief gehen, oder?

    Echt - Revelations war Dein Top-Album? Das fand ich ja mehr so hingeschliert und eher mässig … ;-)

  3. @ Thomas: Du sagst es!

    @ creezy: Mal überraschen lassen, was so kommt, dieses Jahr.
    Rveleations fand ich erstmal deutlich stärker als das davor. Ansonsten ging es mir mit der Musik in 2006 ähnlich wie mit den Filmen – wenig neues entdeckt, weil kaum Zeit dafür verwendet. Deswegen war das an der Stelle das einzige Album aus 2006, das hängen blieb. Und, immerhin, “Wide awake” halte ich für einen Jahrhundertsong.

  4. Jetzt sitz ich schon die ganze Zeit vor dem Kommentarfeld und möcht’ Ihnen was Liebes sagen, aber irgendwie will sich der richtige Tonfall nicht einstellen.

    Also… hm. Ich belasse es einfach dabei: 2007 wird gut. 2006 kommt am besten ins Archiv. Und die Tür dahinter zumachen und den Schlüssel in die Schreibtischlade legen und es vorerst dabei bewenden lassen. Und dem alten Affen keinen Zucker geben. Und so.

    Ach, und: Audioslave werd ich mir gleich morgen beim Dealer meines Vertrauens anhören. Danke fürs Floh-ins-Ohr-setzen!

  5. So ist das bisweilen mit den leeren Kommentarfeldern, ich kenne das und scheitere auch des öfteren daran. Da ist das Web 2.0 nichts besser als das ewige, weiße Blatt Papier. Aber Sie haben das sehr gut umschifft, danke!

    2007 wird natürlich gut, wenigstens besser. Das gibt schon die Historie wieder. In meinen persönlichen Erinnerungen bildet sich alle 7 Jahre ein emotionales Katastrophenjahr heraus, ‘92, ‘99, 2006. Davon haben die Sportfreunde natürlich nichts gesagt, klar. Anyway, es geht der Sonne entgegen.

    Was die Audioslave angeht, mir hat die sehr gut gefallen. Wobei ich 2006 nicht viel neue Musik gehört habe und die Jungs an manchen Stellen ruhig noch mehr Gas hätten geben dürfen. Aber “Wide awake”, verdammt, das ist ein Burner vor dem Herrn. Und das letzte, “Moth”, auch gut, vielleicht eine Prise zu viel Led Zeppelin.

  1. SoloBlogger - 19. Jan. 2007

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