Von den leiseren Tönen

(Das hier war eigenlich mal als Kommentarerwiederung zu dem Beitrag zwei unter diesem gedacht. Steht aber auch irgendwie für sich – und deswegen jetzt hier.)

Ich versuche hier, nach Möglichkeit irgendwie authentisch zu bloggen. Das was ich denke, was ich fühle, was sich sagen möchte. Das ist in letzter Konsequenz nicht immer möglich, weil einiges anonymisiert werden muß. Und es ist natürlich – speziell bei den Tankstellengeschichten und einigen anderen – manchmal stark überspitzt und ironisch formuliert. Und das ist an anderer Stelle manchmal ganz leise und zweifelnd, wie das eben bei jedem mal so ist. Ich schreibe das dann bisweilen auf, manchmal auch nicht und dann steht es hier, eine Momentaufnahme. Manches ist schnell vergessen, manches kehrt wieder, manches begleitet einen ein halbes Leben lang.

Für mich ist das ein Prozess der Verarbeitung und Reflektion meines Lebens und meiner Gefühle, eine Art, damit umzugehen (neben anderen). Mitunter entzündet sich genau daran ja die Kritik an Blogs – das Gefühle und Gedanken privater und innerster Natur (die eben deswegen von außen nicht immer komplett nachvollzierbar sind) veröffentlich werden. Diese Kritik ist mir im Grunde egal, denn es ist mein Blog, in dem steht was ich denke und fühle, und wenn es dann eben mal in einer besonders dunklen Stunde war, dann ist es halt so. Da gibt es für meine Begriffe kein richtig und kein falsch. Und ganz egal, wie zufrieden man mit sich ist, egal wie selbstbewußt und stark man ist – niemand ist das immer und jederzeit. Ich auch nicht, trotzdem möchte ich mit niemandem auf der Welt tauschen. Und deswegen stehen hier manchmal Sachen mit bedrücktem Unterton, weils halt auch ein Teil des Lebens ist. Ohne das das deswegen seziert werden muß, ohne das es ein »Fishing for compliments« a’la »Ich schreib wie scheiße ich bin, nehmt mich bitte in den Arm!« ist.

Es ist einfach nur wie es ist, meine Art zu denken und der simple Ansatz eines Versuches, ein Gefühl, eine Stimmung, einen Gedanken, die Melancholie eines Augenblickes, die dunkle Einsamkeit mancher Tage oder den flüchtigen Sinneseindruck eines vorbeiziehenden Duftes zu beschreiben. Irgendwie. Es ist mein Versuch von Lyrik. Hey, sie haben mich früher nie in die Poesiebücher schreiben lassen, weil meine Klaue so krakelig ist (und ich – das eine Mal als ich durfte – einen achtseitige Endzeitstory aus den ersten Voivod-Alben aufschrieb)! Ich muß das verarbeiten ;) .

Mir gibt es was, indem ich es schreibe (… auch wenn es nie, nie perfekt ist und man es immer besser hinbekommen will). Und ich freue mich, wenn ich merke, das es dem ein oder anderen Leser gefallen hat, oder sie/ihn zum Nachdenken angeregt. Oder zur Kritik, wie auch immer. The way things go.

5 Kommentare, Comment or Ping

  1. Ich les’ es auf jeden Fall gern.

  2. Poesiealben waren saulangweilig und überhaupt!
    In meins wollte kaum jemand reinschreiben, weil ich es dauernd vergessen und dann den Trend voll verpasst hab.
    Ausserdem hab ich es geschafft, dass bei meinem von beiden Seiten angefangen wurde. Es kamen also ein paar beschriebene Seiten dannach war wieder Sense und so ziemlich am Schluss musste man das blöde Buch über Kopp halten um weiter zu lesen , weil… nun ja….
    Ok, ich bin ein wenig chaotisch und planlos. ;-)

  3. Werter Herr Ker0zene, ich kann die ersten beiden Absätze nur unterstreichen. Und auch ein bißchen dafür applaudieren, mit einem kleinen neidischen Seitenblick. Weil Sie das mal wieder besser hinbekommen haben als ich.
    Machen Sie bloß weiter so wie bisher. Und nicht anders, bitte.

  4. @ capk: Schön! :)

    @ Martina: Das macht Sie sympathisch, das mit dem chaotisch und planlos. Heute sehe ich das ja ähnlich. Poesiealben sind doof. Früher war ich ja anderer Meinung, aber da wurden meine feingeistigen Adern auch ständig unterschätzt. Ich wurde nur geholt, wenn es irgendwo eine Klopperei gab oder auf dem Pausenhof die Fußballmannschaft gewählt wurde, aber mal in ein Poesiealbum schreiben dürfen? Nö, der doch nicht, der grobe Klotz. ;)

    @ Frau Budenzauberin: Danke. Und für den Rest gebe ich mir Mühe, ohne irgendwas zu versprechen ;)

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