Kommt ein Schornsteinfeger in die Kneipe …

… sagt der Wirt: »Der geht aufs Haus!«
Würde ich den bringen, die Leute begännen mit der Suche nach stumpfen Schlagwerkzeugen. Bei Klaus-Jürgen ›Knacki‹ Deuser hingegen tobt der Saal. Erst recht, wenn der ganz in Schwarz agierende Moderator anschließend noch ein paar Länder pantomimisch darstellt. Chile sogar mit nur einem Auge.

Gestern abend also vor fast ausverkauftem Haus (»Die zwei Plätze hier vorne in der ersten Reihe kriegen wir beim nächsten Mal auch noch voll!«) die erste Nightwash-Show in Paderborn. Deuser entert die Bühne im Laufschritt, am langen Arm der alte Betreuerkoffer, den jeder kennt, der in den achtzigern auf dem Bolzplatz mal Eisspray gebraucht hat. Er erklärt den Ursprung der Show, den Ablauf bis zur eingeplanten spontanen Zugabe, verwirrt den Tontechniker und übergibt dann an Sascha Korf, welcher sich beim Sprung auf die Büne fast überschlägt.

Nach der Analyse des Paderborner Humors der Beweis, das es wirklich geht. Mit Hilfe von Philip und Sarah aus dem Publikum spielt Korf den Tag des Kennenlernens der beiden nach, unterstützt von Hupe und Klingel. Das hat man möglicherweise schon mal gesehen, war aber trotzdem gut. Anschließend betritt Markus Barth die Bretter, beginnt sichtlich nervös, steigert sich aber im Verlauf seines Programms. So ist das halt bei den Jungs, die nicht am Lagerfeuer ›Nothing else matters‹ gezupft haben, sondern Akkordeon lernen mußten.

Den Schlußteil der ersten Hälfte beschließt ein starker Auftritt von Christoph Sieber, der sich im leicht schwäbelnden Dialekt herrlich aufregen kann. Übers Wetter, über diejenigen, die das Wetter im Fernsehen präsentieren, über das Fernsehen überhaupt und am meisten über die Deutschen an sich. Danach eine kurze Pause, nach der Sieber wieder eröffnet, Männerfreundschaften in der Nationalmannschaft erklärt und einem Oliver Kahn von einer ganz anderen Seite näherbringt. Seinen Auftritt beschließt er mit einer Zeitlupe von Boris Beckers erstem Wimbledon-Sieg. Haben die meisten von uns ja nicht mehr so ganz präsent.

Anschließend gehört die Bühne Carolin Kebekus, welche im breitesten Kölsch das tägliche Leben in Köln-Ostheim schildert. Immerhin, die Flüche kennen wir hier auch. Aber die Geschäftsidee Kampfhund-Verleih? Das hat was …
Dann noch mal Sascha Korf, der sich auf seinen kommenden Einsatz beim Grand Prix freut (»Erinnert ihr euch? Gracia Baur, leutzer Platz in der Ukraine? Das hätte man doch wissen müssen, das es nichts zu holen gibt, wenn man im langen, schwarzen Ledermantel nach Russland reist!«). Als Vorbereitung gibt es die Übersetzung von ›Ein bisschen Frieden‹ für Gehörlose. Dann noch ein eine Zugabe (Furze synchronisieren und – wenigstens – ›Nothing else matters‹ auf der Harmonika), nach Netto 130 Minuten hatte man eine Menge Spaß und erfuhr, das es in Paderborn keine Single-Frauen gibt, aber auch keine in Beziehungen. Nur eine in Beziehung, die gerne Single wäre.

Aber was zur Hölle ist ein Vorwärts-Furtz? Die Antwort vielleicht bei den nächsten Shows im März und im Mai.

3 Kommentare, Comment or Ping

  1. ‘Nach der Analyse des Paderborner Humors’

    ach hör doch auf …
    :)

  2. Wie jetzt? Night-Watch oder Night-Wash?

  3. @ Markus: Na, hör mal! Es war für einige immerhin der schönste … Mittwoch in dieser Woche ;)

    @ trillian: Letzteres natürlich. Habe mich verschrieben, Danke für den Hinweis.

Dein Kommentar:

Rudimentäre Auszeichnung in XHTML möglich.
Folgende Tags können genutzt werden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Theme Switcher

Galleries

Jüngste Blogposts mit Bildergalerien:

Letzte Tweets:

Posting tweet...

Januar 2008
M D M D F S S
« Dez   Feb »
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Archiv