Qualitätsjournalismus, again.
Man kann sich denken, welche Meinung sich der mäßig informierte Normalbürger gebildet hat, wenn er am vergangenen Samstag zum Lokalblatt gegriffen hat:
(…) Eine Online-Petition gegen das Gesetz zur Eindämmung von Kinderpornografie im Internet hatte am Freitag nach nur vier Tagen 50 000 Unterstützer gefunden. (…)

(Westfälisches Volksblatt vom 09.05.2009)
Ich weiß nicht, ob die offensichtlich zu Grunde liegende DPA-Meldung genauso falsch wie spärlich ist, oder ob hier nur lückenhaft abgeschrieben wurde. Die Regeln journalistischer Gründlichkeit wurden aber in jedem Fall mit Füßen getreten.
Man kann sich über die teils reißerische Berichterstattung zum Thema Gedanken machen (siehe die »Krimineller im dunklen vor dem Computer«-Aufmachung in dem Tagesschau-Ausschnitt einen Eintrag weiter unten), aber zumindest schaffen es andere Medien, klar zu stellen, das sich die Unterstützer der Online-Petition nicht gegen die Bekämpfung von Kinderpornografie stellen.
Das WV suggeriert, das zigtausende im Lande sich gegen die Bekämpfung von KiPo wenden. Und liegt damit voll auf Linie der Aussagen gewisser Bundesminister/innen. Bleibt die Frage, ob Absicht oder Methode …
Don Dahlmann erklärt noch einmal ganz in Ruhe, worum es wirklich geht.





7 Kommentare, Comment or Ping
Bube am 13. Mai 2009:
In diesem Zuge ganz bitter: http://www.kinderhilfe.de/aktuell.php?p=anzeigen&id=189
Die Masche von gezielter Fehlinformation scheint aufzugehen…
13. Mai. 2009
ker0zene am 16. Mai 2009:
Das alles ist wieder ein schönes Beispiel, wie die leute im Eifer handeln, ohne sich wirklich Gedanken zu machen. Für mich relativiert das viel, wenn man bemerkt, wie (in diesem Beispiel) hochrangige Akademiker oder eben auch Spitzenpolitiker sich für eine Sache engagieren/einspannen lassen, die sie offensichtlich nicht im mindesten durchschauen. Perfide, weil gerade diese Sperrdiskussion im Grunde die wirkliche KiPo-Szene unterstützt, weil Aufmerksamkeit und Ressourcen auf ganz andere, eigentlich irrelevante Bereiche konzentriert werden. Und in Berlin lehnt man sich dann zufrieden zurück und läßt sich auf die Schultern klopfen, man hat ja was getan. Krank, einfach nur krank.
16. Mai. 2009
Paramantus am 19. Mai 2009:
Einfach nur noch zum Kopfschütteln… Da kann man noch so viel aufklären. Die Masse hört nur das, was sie hören will…
19. Mai. 2009
ker0zene am 19. Mai 2009:
Stimmt, wobei ich von einer Tageszeitung, die “unabhängig und überparteilich” im Titel führt deutlich mehr erwarte.
Gestern hatten sie diese Umfrage auf dem Titel, in der sich 92% der Deutschen gegen KiPo aussprechen (als ob das die Petitionsteilnehmer nicht täten) und für die Sperre sind. Keine Hinterfragung der Fragestellung, keine detaillierte Betrachtung und dann noch Klammerbemerkungen.
Eine differenzierte Darstellung hätte anders ausgesehen.
19. Mai. 2009
jo am 20. Mai 2009:
Nun, das ist ein bisschen wie mit dem Weihnachtsmann. Entweder man glaubt es, oder …
Schaut morgen bzw. gleich mal bei Zeit Online vorbei …
Wenn die Details interessieren, bitte, hier
Für die Zwischenzeit empfehle ich: http://krautchan.net/files/1242755305001.jpg ,)
20. Mai. 2009
jo am 20. Mai 2009:
So, bitte hier weiter:
http://www.zeit.de/online/2009/22/netzsperren-umfrage?page=all
Und das Krautchan-Bilder liegt auch hier:
http://www.pictureupload.de/pictures/200509130557_Krautchan_1242755305001.jpg
20. Mai. 2009
ker0zene am 20. Mai 2009:
Danke für die Links, das stellt vieles klar. Man sollte die Grüne mit der Nase drauf stoßen … wenn es nicht vermutlich vergebene Liebesmüh wäre.
Das ist für mich auch ein Aspekt dieser Diskussion – wer sich jetzt in diesem Thema mit Leserbriefen an die eingeschossene Presse wendet riskiert imho, ganz heftig in die Ecke der vermeintlichen KiPo-Sympatisanten, wenigstens jedoch -Dulders gestellt zu werden. Sicherlich ein Effekt, der nicht ganz unbeabsichtigt war.
20. Mai. 2009
Dein Kommentar: