Brasilien Tag 8: Ilha Grande
Dschungel, Strand und knabbernde Fische.
Nach dem Aufstehen und dem gewohnt einfachen Frühstück im Hostel waschen wir unsere Klamotten schnell einmal durch. Die Sonne scheint, es gibt nur wenige Wolken. Mittlerweile haben wir gelernt, das erst am Abend in der Dunkelheit mit Regen zu rechnen ist. Von der Straße vor dem Gebäude aus kann man die beiden höchsten Erhebungen der Ilha Grande sehen, Pico de Papagaio (959 Meter hoch) und Pico da Pedra D’Água (1031 m). Auf den felsigen Pico de Papagaio führt ein Pfad , man sollte allerdings einen Tag dafür einplanen. Zeit die uns fehlt, da wir am morgigen Samstag in Rio sein wollen. Irgendwann muß ich noch mal hierher …
Für heute gehts zunächst runter an den Hafen von Vila do Abraão. Von da aus erst entlang der Küste, später auf schulterbreiten Pfaden durch den Dschungel zum Praia Abraãozinho. Auf den ersten Abschnitten entlang der Küste begleiten uns abwechselnd einige kleine Hunde, die die jeweiligen Strandabschnitte als ihr Revier ansehen. Später wird der Trampelpfad enger, führt steil bergauf und bergab, man muß mitunter hüfthohe Stufen überwinden, meterbreite Löcher umklettern und sich unter Ästen und Bambusstämmen unterherducken (… und sich von den Spinnennetzen fernhalten). Barrierefreien Tourismus wird es hier nicht geben, auch wenn man sich natürlich von Abraão aus per Wassertaxi an jeden Strand der Insel bringen lassen kann.
An einem nur wenige Meter langen Ministrand kaufen wir uns an einer winzigen Bude ein kühles Getränk, während ein zufriedener Strandkater zu unseren Füßen schnurrt. Dann der letzte Abschnitt über einen Bergrücken, ehe es über eine Felsentreppe 30 Meter steil bergab geht. Der schmale Strand ersteckt sich über eine halbrunde Bucht, wegen der Gezeiten muß man alle halbe Stunde sein Handtuch etwas höher legen. Direkt hinter dem Sand beginnt der Urwald, wo im Unterholz unzählige Krabben hocken und auf die Dämmerung warten.
Das klare, saubere Wasser ist ideal zum Schnorcheln. Im Osten der Bucht befindet sich ein kleiner Steg für eine mondäne Pousada, die hier für die solventere Urlaubsgäste bereit steht. Um den Steg herum tummeln sich verschiedene Fische, die vor uns kaum Scheu zeigen. Die kleinen silbernen fangen sogar an, einem die Hautschuppen von den geschundenen Füßen zu knabbern, wenn man still hält.
Schließlich machen wir uns rechtzeitig vor dem Einbruch der Dämmerung wieder auf den Weg, um nicht im Dunkel durch den Regenwald klettern zu müssen. Am Abend genießen wir noch einmal die beschauliche Stimmung des Ortes, wo man auf der Straße für ein paar Real einen großartigen Fleischspieß bekommt und ein paar Meter weiter jemand anderes eine mobile Cocktailbar mit eingebauten Tiefkühlfach betreibt, die allerlei gefrorene Früchte für diverse frozen Daiquiris bereit hält. Der frozen Strawberry Daiquiri wird dann auch derart gut-gemeint zusammengemixt, das es uns beinahe die FlipFlops auszieht.





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