Fachkräftemangel

Erst habe ich ihm den Lizenzcode telefonisch durchgegeben.

Klappte nicht.

Dann habe ich buchstabiert. NATO-Alphabet kannte er nicht, also mit Anton, Berta, Cäsar und deren Freunden. Die Kollegen schauten amüsiert herüber.

Klappte immer noch nicht.

Dann habe ich den Code ausgedruckt und ihm zugefaxt. Er hats abgetippt.

Klappte trotzdem nicht.

Dann habe wir eine Fernwartung eingerichtet und ich habe den Code eingegeben.

Funktionierte.

Um der Sache auf den Grund zu gehen habe ich einen seiner Kollegen gebeten, ihm mal bei der erneuten Eingabe des Codes mal auf die Finger zu sehen.

Danach haben wir dem »Admin« erklärt, das eine Null auch wirklich als Null eingegeben werden muß und es in hexadezimalen Codes keine Os gibt.

Home again …

(Klick zum vergrößern)

Auch drei lange Wochen gehen irgendwann leider vorbei, und man muß (vorerst) wieder zrurück in die Heimat. Was bleibt sind unzählige Eindrücken von Land und Leuten, gesammelt auf über 3000 Buskilometern in drei Bundesstaaten des südlicheren Brasilien mit kurzen Abstechern nach Argentinien und Paraguay. In den letzten Tagen merke ich, wie schnell man sich doch an das Gefühl eines anderen Landes gewöhnt, wenn man sich darauf einläßt, wie schnell einem Wege zur lieben Gewohnheit werden, die man nur ein paar Tage lang gegangen ist. Jetzt geht es erstmal ans Wäsche waschen und das sortieren von Eindrücken, Erinnerungen und jeder Menge Fotos. Mehr demnächst, die Kommentare sind wieder auf.

So …

… dann war das doch irgendwie alles ein bisschen viel die letzten Tage, kaum Zeit für nix und Stress vom oberen Regal. Ich fange jetzt gleich dann doch mal an, meinen Rucksack zu packen, die Checkliste durchzugehen und am Ende etwas lebenswichtiges zu vergessen. Um drei in der früh geht es Richtung Düsseldorf, und wenn ihr aufsteht bin ich hoffentlich über den Wolken unterwegs nach SüdWest. Habe mich selten so darauf gefreut, mal ein paar Woche kein Telefon zu haben wie jetzt gerade, irgendwie hat im Februar alles derbe verrückt gespielt. Ein Freund hat mir grade noch ein tropenerprobtes Schlangen- und Scorpiongift-Absaugset vorbeigebracht … woran man alles denken muß …. Dabei noch eine Dose CS-Gas, Produktionsdatum unbekannt, die Postleitzahl der Herstellerfirma ist noch vierstellig aufgedruckt. Ich habs auf den Schrank gestellt und gedenke, es besser ohne solche Accesoires mit Sao Paulo und allem was danach kommt aufzunehmen. Kommentare sind erst einmal ausgeschaltet, damit hier niemand etwas böses über dubiose Fußballfunktionäre behaupten kann. Ich räume einstweilen das Feld und hoffe, das meine Mitbewohner keine zu wilden Partys feiern. Bis demnächst!

Last week

Eine ruhige Woche hier im Blog, im Job brummt es derzeit um so lauter. Habe dafür meinen nächsten Urlaub fix gemacht, es sind noch drei Wochen aus 2008 übrig, die nun demnächst in Brasilien verbracht werden. Was bedeutet, das ich die letzten Tage erst mal einiges an Impfungen nachzuholen hatte. Nach der für Hepatitis A und B hatte ich dann ein paar Schwierigkeiten mit den Nebenwirkungen, das ganze Gesicht fühlte sich plötzlich so an als hätte ich eine örliche Betäubung bekommen, die langsam nachlässt. Dieses taube kribbeln, das man vom Zahnarzt kennt. Komisch …
Vorgestern dann noch die Gelbfieberimpfung, die der Hausarzt nicht machen darf, sondern nur der Mediziner im Kreisgesundheitsamt. Drei Seiten Fragebogen ausfüllen, Beratungsgespräch, wieder 30 Euro weg (Hepatitis kostet schon 65 pro Durchgang, drei sind nötig). Ich hoffe, da übernimmt die Krankenkasse noch einen Teil.
Ein neuer Reisepass war auch fällig, wenigstens muß man auf den Bildern nun nicht mehr versuchen zu lächeln. Wobei, diese isometrische Perspektive von vorne ja nun auch nicht … also, vorteilhaft ist etwas anderes. Und die Abdrücke der beiden Zeigefinger stecken nun auch in Schäubles Datenbank.

Tunesien Tag 6 – El Jem …

… Louages, ein Kolosseum, uralte Peugeots und Raubkopien in der Wüste.

An diesem Freitag geht es ins Landesinnere. Die Kleinstadt El Jem, ca. auf halbem Wege zwischen Sousse und Sfax gelegen, ist unser Ziel. Mit dem Bus fahren wir zunächst nach Monastir, um von dort per Sammeltaxi weiterzureisen. Kurz bevor wir die Louagestation am Busbahnhof nahe der Altstadtmauer erreichen, ereignet sich vor dem Bus im Kreisverkehr ein Unfall. Ein alter Mann auf einem Moped zieht bei der Aufahrt aus dem Kreisel zu weit nach rechts und touchiert dabei einen überholenden Wagen. Zum Glück war die Geschwindigkeit sehr niedrig, so das dem Mann schnell aufgeholfen werden kann. Offensichtlich ist nichts ernsteres passiert. Passanten klopfen ihm den Mantel ab, und nachdem sich die im Nu gebildete Traube aus ca. 20 Schaulustigen aufgelöst hat, kann der Bus die Fahrt fortsetzen.

Wenig später erreichen wir die Louagestation, die es in Tunesien in jedem größeren Ort gibt. Louages sind Sammeltaxen, in der Regel weiße Kleinbusse mit 9 Plätzen, die einen roten oder gelben Erkennungsstreifen tragen. An den Stationen findet man Fahrzeuge mit Zielen in alle Himmelsrichtungen, sobald ein Wagen voll ist, geht es los. Abseits der Stationen es auch möglich, jederzeit auf offener Straße per Handzeichen eine Louage anzuhalten, sofern noch ein Platz frei ist, wird man für einen entsprechenden Anteil des Fahrtgeldes mitgenommen.
Wir haben Glück, da El Jem auf halbem Wege zur Industriestadt Sfax liegt, ist diese Strecke gut frequentiert. Die letzten beiden Plätze in einem älteren Mazda-Bus sind unsere, außer uns ist der stark ramponierten Wagen mit einer Gruppe Studenten besetzt, die über das Wochenende nach Hause wollen.

Unmittelbar nach dem Einsteigen geht es los, allerdings in die falsche Richtung, wie ich nach kurzer Strecke bemerke. Es geht zunächst in einen Vorort, wo der Fahrer an einem Zeitungskiosk parkt, aussteigt und die Schlüssel an einen anderen Mann übergibt. Wohl die Lenkzeit überschritten. Der neue Fahrer trinkt zunächst in Seelenruhe seinen Tee aus, faltet die Zeitung und setzt dann die Fahrt fort. Diese verläuft für die ersten Kilometer recht unruhig weil man in Tunesien große Stücke auf Verkehrsberuhigende Maßnahmen legt und entsprechend nicht mit Bremsschwellen gegeizt hat. Außerhalb wird die Straße dann so ruppig, das zusammen mit dem geplagten Fahrwerk des Mazdas kaum mehr als 60 Stundenkilometer möglich sind.

So dauert es alles in allem über eineinhalb Stunden, bis die ca 70 Kilometer nach El Jem absolviert sind. Von Norden führt die Straße über Kilometer schnurgerade ins Zentrum des Ortes, in dem es nichts zu sehen gibt – außer dem altrömischen Kolosseum, dem drittgrößten der Welt nach denen in Rom und Capua.

(Klick zum vergrößern – Slideshow, 22 Bilder)

Elektronik für den Balkan

Lieber Kunde,

das war mal ein wirklich angenehmer Termin! Dafür möchte ich Dir danken. Ok, Du hattest Dir dein System gründlich zerschossen und bist dabei akribisch bis in Bereiche vorgedrungen, die man eigentlich gar nicht finden kann (… auch dafür meinen Respekt!).
Aber – und das rechne ich Dir hoch an – Du hast nicht versucht, fadenscheinige Entschuldigungen zu finden, Dich herauszureden oder anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Nein, Du hast es getragen wie ein Mann, warst sofort bereit die Rechnung zu bezahlen und zeigtest Dich kooperativ.

Wirklich, diese Begeisterung, als sich langsam wieder das eine ins andere fügte, der beinahe kindliche Enthusiasmus, als die Prozeßkette nach und nach ins laufen kam – das hatte etwas ungeheuer inspirierendes. Ich weiß wovon ich rede, denn ich erlebe das nicht oft.
Immerhin, für Dich stand viel auf dem Spiel, es ging um Stunden, nicht um Tage, ich hätte auch verstanden, wenn Du aufgrund der angespannten Lage mißmutig und zerknirscht aufgetreten wärest. Nun gut, es hat geklappt und das Leuchten in Deinen Augen, als alles just-in-time wieder lief und das Geschäft abgewickelt werden konnte war eigentlich schon Lohn genug macht es für Dich nicht billiger, ist aber auch mal schön zu sehen.

PS: Eines noch:
Ich weiß, die Gefühle können mit einem durchgehen, wenn man die Bestätigung bekommt, das ein Abschluß über einen sechstelligen Betrag erfolgreich war. Ehrlich, da habe ich Verständnis.

Trotzdem: Starte nie, niemals wieder auch nur den Versuch einer Andeutung, mich im Überschwang auf die Wange zu küssen. Allein das ist strafbar!
Beim nächsten Mal weiche ich nicht nur einfach aus …

Kurzschlüsse VIII:

Hausinterne Beobachtungen:
Bei der Betrachtung des Zustandes des Firmennetzwerkes zum einen, sowie des Reinheitsgrades der Herrentoiletten zum anderen drängen sich zwei Schlüsse auf.

  1. Die Computertechnik ist sperrig, arbeitsintensiv und ein Stück weit nebulös, aber unter aufopferungsvollem Einsatz zumindest tendenziell beherrschbar.
  2. Der Gebrauch von Klobürsten stellt den gemeinen XY-Chromosomenträger hingegen unzweifelhaft vor Aufgaben, denen er schlichtweg nicht gewachsen ist. Hier bleibt nur die Hoffnung auf einen schlaghaften Evolutionssprung oder das eingreifen einer höheren Intelligenz (Ausserirdische/Frauen).

***

Usability-Problem bei ups.com . Ich meine, wenn auf der »UPS InfoNotice« nur lose angerissen wird, man könne eine ›Zustelländerung‹ über die Sendungsverfolgung vornehmen, dann wäre es zumindest klasse, wenn die Suchfunktion der Seite das Wort ›Zustelländerung‹ überhaupt kennen würde.

***

Frau Budenzauberin taut auf. Ähh, ab! Und setzt sich dabei tückischen Gefahren aus.
Wenn es ums abtauen geht, erinnere ich mich an einen Ex-Kollegen. Junggeselle, damals Ende 30. Als er einen Job in Süddeutschland fand, halfen wir gerne beim Umzug. Und bekamen es dabei auch mit einen Kühlschrank zu tun, dessen Gefrierfach so dicht war, das sich noch genau zwei kleine überbackene Bistro-Baguettes zwischen das Packeis stecken ließen.
Allerdings nur ohne Verpackung.

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