Katja

»Hi, wie gehts? Lange nicht gesehen. Ich warte grad mal nen Moment hier, die Schlange ist mir zu lang.«

Es gibt die Momente, in denen man einfach ungestört sein will. Etwa, wenn ich mich ab und an niederen Gelüsten hingebe und einen Burger beim amerikanischen Filialisten verspeise. Man sitzt dort ein paar Minuten lang mit leerem Blick an viel zu kleinen Tischen, auf dem die Ellenbogen neben dem Tablett noch kaum Platz finden. Das sind nicht die Momente, in denen ich Konversation führen möchte.
Sie läßt sich davon nicht beeindrucken, redet wie aufgekratzt weiter.

»Sorry, wenn ich so viel quatsche. Ich hab gerade eine alte Bekannte getroffen, wir hatten ein paar Sekt. Hab nen bisschen einen drin.«
Es ist Mittag, kurz nach eins.

»Ich hab Dich neulich schon mal irgendwo gesehen. Da hab ich noch zu meiner Bekannten gesagt: ›Das ist bestimmt auch einer, bei dem die Freundin richtig ran muß. Oder ganz im Gegenteil, einer der total unter dem Stiefel steht.‹«
»Äh … wie kommst Du darauf?«
»Weiß nicht. Dachte ich so. Was machst Du so? Ich hab ein paar Mal den Job gewechselt. Zu viel Gerede in meiner Branche, stehe ich gar nicht drauf. Ist aber überall das selbe. Hab dann auch mal alles runtergefahren. Burn out. Ich bin da schon seit Jahren in Behandlung. Mußte erst mal lernen, alles loszulassen und runter zu kommen. Aber die ersten beiden Therapeuten waren Idioten.«
»Aha …«
»So langsam komme ich wieder klar. Hatte ein paar Abstürzen. Hat leider auch Spuren hinterlassen.«
Sie deutet auf die Stirn, über die sich eine mehrere Zentimeter lange Narbe zieht.

»Oh Kacke! Die beiden da, an der rechten Kasse. Das sind Ex-Kolleginen von mir. Ey, nee, auf Firmentratsch hab ich jetzt so gar keinen Bock. Sorry, ich hau ab.«

Katja. Sie wird jetzt Mitte dreißig sein. Vor 15 Jahren, als ich nur hin und wieder in der Stadt war, hatten wir mal ein paar Dates. Seitdem habe ich sie kaum noch gesehen. Damals verstanden wir uns gut. Bis zu dem Abend, als ihr auf einer Techno-Party die Pillendose herunter fiel. Das sie ab und zu eine Ecstacy schmiss, geschenkt, … vielleicht.
Aber nie werde ich vergessen, wie sie völlig hysterisch auf den Knien über die Tanzfläche durch den überfüllten Club rutschte, um zwischen den Beinen der Tänzer die Ecstacytabletten einzusammeln.

Tunesien Tag 3 – Sahline …

… verwöhnte Vierbeiner, unfertige Häuser und unbedingte Mobilität.

Am dritten Tag lassen wir es etwas ruhiger angehen. Der Wind der ersten beiden Tage hat nachgelassen, bei 20°C locken ein paar Stunden am Strand. Diesen haben wir, abgesehen von den unvermeidlichen Securitymännern, gemeinsam mit ein paar Volleyball-spielenden Briten (zu lauter Musik von Chris de Burgh …) für uns allein. Auf dem Rückweg lauern uns die Hotelkatzen auf, von denen wir bis zu 15 auf einmal gezählt haben. Die Biester sind derart verwöhnt von den Leckereien, die ihnen die Gäste vom All-inklusive-Buffett mitbringen, das sie eine simple Wurst schlichtweg verschmähen.

(Klick zum vergrößern – Slideshow, 7 Bilder)

Gegen Abend brechen wir zu Fuß in die nächst gelegene Stadt auf. Sahline liegt etwa 5 Kilometer entfernt landeinwärts, hinter einigen großen künstlich angelegten Salzseen, welchen die Stadt ihren Namen verdankt. In die untergehende Sonne hinein überqueren wir einen aus grobem Schutt und Geröll aufgeschütteten Damm, den oben eine frische Asphaltdecke beschließt. Links und rechts des Dammes hat sich einiges an Müll angesammelt, einzelne Tierkadaver verotten vor sich hin. Von den Straßenlaternen scheint kaum jede vierte, dennoch haben nur die Autos Scheinwerfer eingeschaltet. Die ebenfalls zahlreich verkehrenden Mopeds und Motorroller verzichten beinahe zur Gänze auf Beleuchtung, grüßen jedoch freundlich. In der Mitte kreuzt die Trasse der Metro du Sahel, welche die Regionalhauptstadt Sousse mit den südlicheren Küstenorten verbindet. Es ist abendliche Rush-hour, viele Menschen sind unterwegs, über das Wasser schallen die Rufe der Muezzine zum Abendgebet bis zu uns.

[Lies alles]

Onkel Herbert

Als ich ein kleiner Junge war hielt ich Onkel Herbert für den größten Mann der Welt. In Wirklichkeit war er vermutlich nicht viel über einen Meter neunzig und recht kräftig gebaut, aber ich kannte damals niemand anderen, der einen Ytong-Stein mit einer Hand umfassen konnte. Onkel Herbert fuhr einen Bus. Wenn er abends manchmal keine Lust mehr hatte (… oder ein paar Bier im Weg standen, das habe ich aber erst viel später verstanden), dann fuhr er den Bus nicht mehr zurück zum Unternehmer, sondern stellte das Ungetüm einfach an den Straßenrand. Hier bei uns in der Siedlung, in der er zwei Häuser weiter wohnte. Zwei oder drei Mal kam ich so in den Genuß, morgens ganz alleine mit ›meinem eigenen‹ Bus inklusive Fahrer zur Schule chauffiert zu werden. Ich fühlte mich wie ein König. Onkel Herbert hat dann immer gelacht, mit seiner dröhnenden Stimme. Wenn die Männer aus der Straße sonntag morgens beim Frühschoppen in seiner Gartenlaube saßen und jemand einen schlüpfrigen Witz erzählte, dann brachte das schallende Lachen von Onkel Herbert noch die Teller in unserem Wohnzimmerschrank zum klirren.

Irgendwann in den ganz frühen achtzigern kamen ein paar Männer aus der Straße auf die Idee, sich Rennräder zuzulegen und ein- oder zwei Mal die Woche eine Tour abzureißen. Onkel Herbert war auch dabei. Ich erinnere mich gut, wie er nach den Ausfahrten abgekämpft mit seinem massigen Körper in dem viel zu engen Trikot durch die Siedlung rollte. Sehr viel Mensch auf einem filigranen Stahlrohrgestell. Rennradbauen erschien mir seinerzeit als eine wesentlich anspruchsvollere Ingenieursleistung im Vergleich zu den ersten Flüge des Space shuttles, die damals allenthalben im TV übertragen wurden. Onkel Herbert hatte immer großen Ehrgeiz, einer der ersten im Ziel zu sein, auch wenn er nicht wirklich für den Radsport geschaffen war. Er pumpte dann wie ein Maikäfer und die beiden Hautknötchen auf seiner Stirn gaben ihm zusammen mit dem puterroten Gesicht etwas diabolisches. Aber Gullydeckel hob er immernoch mühelos mit einer Hand aus.

Natürlich hatte Onkel Herbert auch Macken. Zum Beispiel seine unerschütterliche Vorliebe für Bayern München, was bei uns in der Straße, festes Gladbacher Gebiet, nur schwerlich toleriert wurde. Das hat vielleicht aber auch daran gelegen, das in seinem Bus immer so komische Bayern-Fan-Wimpel mit Sprüchen wie »Die Bullen kommen!« hingen (… so war das damals, als der FC Bayern noch für LKW-Hersteller warb). Auch die Kampfhundzucht in den Zwingeranlagen hinter Onkel Herberts Haus hat in der Siedlung nicht nur positives Echo gefunden. Offen gesagt hat ihm das aber niemand.

Und dann hatte Onkel Herbert noch ein spezielles Hobby, das mich immer besonders faszinierte, wenn ich ihn besuchte. Überall wohin es ihn verschlug hatte er Steine gesammelt, die er zu Hause mit Spezialkleber zu Männchen zusammenklebte. Diese wurden dann bemalt und im gesamten Haus verteilt.

Als ich in diesem Jahr zu Ostern meine Mutter besuchte fiel mir ein, das ich mich als Dötz von kaum acht Jahren von diesem Hobby hatte inspirieren lassen:

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Durch Mark und (Darm-)Bein

Eineinhalb Wochen vor Weihnachten ging es wieder nach Hameln. Um 14 Uhr Nachmittags sollte ich mich zur Aufnahme melden. Hätte ich einen Parkplatz gefunden und nicht bis zum nächsten Parkhaus zurückfahren müssen, dann wäre ich sogar pünktlich gewesen. Nach ein wenig Wartezeit nimmt mich eine Schwester in Empfang und geleitete mich auf mein Zimmer im ersten Stock. ›Genesungsraum‹ steht auf der Tür. Das Zimmer befindet sich in der gleichen Abteilung, in der auch stationär Leukämiepatienten behandelt werden.

Es ist ein Zweibettzimmer. Im Bett an der Tür schläft jemand, den Kopf halb ins Kissen vergraben, und schnarcht wie eine Kettensäge. In Niedersachsen wird dieses Jahr wohl jeder einen Weihnachtsbaum bekommen, mir schwant böses. »Er hat heute Morgen gespendet.« bedeutet mir die Schwester. Ok, man kann das ganze offenbar überleben.
Als erstes will sie wieder Blut, ein ganzes Nierenschälchen voller kleiner Glasröhrchen möchte gefüllt werden. Für einen Moment frage ich mich, ob das Pflegepersonal hier vielleicht unter der Hand einen schwunghaften Handel mit Blutkonserven betreibt. Man muß halt sehen, wo man bleibt.

Dann will Sie wissen, was ich in den nächsten beiden Tagen essen möchte. Interessant, wir befinden uns am Ende von 2007, aber die Essenswünsche der Patienten werden noch auf vorgefertigten Pappkarten vermerkt. Das Mittagsmenü für den folgenden Tag sieht Königsberger Klopse, Spaghetti Bolognese oder Spargel mit Schinken vor. Ich bin mir nicht sicher, ob ich nach der Knochenmarksentnahme überhaupt etwas essen möchte, aber auch so wäre das alles nicht meins. Meine Entscheidung fällt auf den einzig möglichen Kompromiß – Spaghetti pur, ohne Bolognesesauce, nur mit Salz. Die Schwester runzelt die Stirn und wundert sich aber danach auch nicht mehr, das ich zum Abendessen und zum Frühstück nichts mehr als zwei Brötchen mit ein wenig Butter möchte.

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If you want blood …

… you’ve got it!

Gestern gabs Post für mich. Das ist meistens nichts gutes, gerade wenn ich nicht damit rechne. Ein mittelgroßer brauner Umschlag, der aufgrund seiner Dicke nicht komplett durch den Briefkastenschlitz passte.
Hmm, schnell überlegt, habe ich irgendwelche Bewährungsauflagen verletzt? Andererseits, die würden die elektronische Fußfessel wohl auch nicht per Päckchen verschicken …

Der Inhalt war dann zunächst nicht weniger konfus. Eine kleine Pappschachtel, die auf der Unterseite vor biologischem Material warnt und an der Seite mit dem Slogan »Süsse Post Box mini« aufwartet. Wird wohl in Großserie produziert und normalerweise für Pralinengrüße der Post verwendet (… so etwas bekomme ich natürlich nie geschickt …)

Im beigefügten Schreiben dann die Aufklärung: Die DKMS bittet mich um Blutproben zwecks erweiterter Kompatbilitätstests für eine mögliche Knochenmark- oder Stammzellenspende. Vor 10 oder noch mehr Jahren hatte ich mich in einer Aktion mal typisieren lassen, nun waren HLA-Kompatibilitäten zu einem Spendensuchenden ermittelt worden.

Ich war dann heute morgen beim Arzt und habe mich anzapfen lassen. Das Blut wird jetzt eingeschickt, in etwa 8 Wochen erhalte ich die Information, ob ich als Spender in Frage komme. Vielleicht kann man ja helfen. Wer weiß, ob man nicht irgendwann mal selbst darauf angewiesen ist …

(Klick zum vergrößern – Slideshow, 3 Bilder)

Ich, die Sammelbilder, zerdepperte Spardosen und warum Darmstadt 98 als letztes vollständig wurde.

Gestern abend war ich einkaufen. Als ich meinen Kram im Wagen hatte stand ich vor den Zeitungsregal, auf Höhe der Sportzeitschriften. Im Laden meiner Wahl sind sie nicht so fix mit dem Einräumen, dort stand noch die letztmonatige Ausgabe der 11 Freunde. Das Magazin muß man lieben, allein schon wegen Geschichten wie ›Cup der guten Hoffnung‹ (zur WM 2010 in Südafrika) und der Erläuterung, warum kein Bundesligist jemals Lothar Matthäus als Trainer verpflichten wird. Direkt daneben lag, in aktueller Ausführung, das wöchentliche Sport-Elaborat des Springer-Verlages aus.

Das ist in dieser Woche doppelt so dick wie gewöhnlich, weil das neue Panini-Sammelbuch mit darin pappt. So ein Panini-Sammelbuch hatte ich auch einmal. 1982 wurde ich, noch nicht neunjährig, vom Fußball gepackt. Es war WM in Spanien, Deutschland verlor in der Vorrunde gegen Algerien, lieferte sich gegen die Österreicher die Schande von Gijon, Torwart Schumacher knockte im dramatischen Halbfinale in der Nacht von Sevilla den Franzosen Battiston aus, und am Ende verlor man das Finale kläglich 1:3 gegen Italien.
Ich fieberte erstmals bewußt vor dem Fernseher mit, stopfte mich mit Schokoriegeln und Haselnußwaffeln voll (da waren ja auch Sammelbilder drin, nur andere) und erwarb – eine meiner schlimmeren Jugendsünden – meine erste Vinyl-Single: Michael Schanze und die deutsche Nationalmanschaft – ›Ole Espana!‹.

Zwei Monate nach der WM begann die neue Bundesliga-Saison. Und ich erwarb mein erstes Panini Sammelalbum.

Damals war das eine Sache des Gruppendrucks. Jeder Junge in der Klasse hatte so ein Album, und wir wetteiferten, wer am meisten Bilder und die besten Spieler drin kleben hatte. Fast das gesamte Taschengeld ging für die kleinen Tütchen mit vier oder fünf Bildchen drauf, die es für (ich glaube) 25 Pfennig gab. Ich bekam nicht wirklich viel Taschengeld, wollte aber an der Klebebildchenfront ganz vorne mitmischen. Was tun? Wochen zuvor war meine Tante Trude Irmgard aus Buxtehude zu Besuch gewesen und hatte – freigiebig, wie Sie als vermögende Architektenwitwe war – einen Fünfziger in meiner kleine Plastikspardose versenkt. An diesen Schein wollte ich heran.
Gemeinsam mit meinem Kumpel Dirk versuchte ich, das Ding zu knacken. Mit aufgebogenen Büroklammern, Küchenmessern, Schraubendrehern und Drähten, wir probierten all die Tricks, mit denen die Jungs im Fernsehen im nullkommanix ein Schloß knackten. Nichts funktionierte. Letztendlich verfiel ich auf meine bis heute bewährte (na ja …) Eskalationsstrategie: Erst mal machen, danach kann man immer noch an die Folgen denken! Ich sprang also vom Schreibtisch mit voller Wucht auf die Dose, legte mich dabei kapital aufs Maul und verstauchte mir den Knöchel – aber die Spardose war auf. Nur das Ergebnis zählt!

Wir entfalteten ehrfürchtig den Fünfziger, setzten die zersplitterte Spardose notdürftig mit Modellbaukleber wieder zusammen und gingen einkaufen. 100 Päckchen Sammelbilder für mich, 40 Päckchen für Dirk, dazu eine Bravo, eine Popcorn und eine Pop-Rocky (Zeitschriften, gibt es die noch?). Für den Rest Cola und Süßigkeiten bis zum abwinken. Wieder zu Hause klebten wir die Bilder in unsere Alben, tauschten Dubletten aus und tranken uns in einen Cola/Zucker-Rausch. Abends lag ich glücklich im Bett, war doch mein Sammelalbum jetzt das bei weitem am besten bestückte im gesamten dritten Schuljahr. Hätte alles ganz toll sein können, wenn nicht meine Mutter am nächsten Tag die Zeitschriften gefunden hätte. Und – wie Mütter nun einmal sind – natürlich schlug sie in der Bravo automatisch die Dr. Sommer Seite auf, auf welcher 14- und 15jährige von ihren Problemen beim Petting berichteten. Natürlich fehlten auch die entsprechenden Abbildungen nicht (… was mich seinerzeit nicht die Bohne interessierte. Mit acht bis neun Jahren war das alles eklig.). Es gab ein Riesen-Donnerwetter und ich kam in arge Erklärungsnot, woher denn das Geld käme, ich hätte doch nicht etwa gestohlen? Ich sah mich genötigt, Farbe zu bekennen und gestand den frevelhaften Spardosenbruch. Meine Mutter ging postwendend mit mir zum Laden, damals der einzige in halbwegs erreichbarer Entfernung, und verfügte, das mir dort nichts mehr verkauft wurde – jedenfalls nicht, wenn ich mit größeren Scheinen antanzen sollte. Das Panini-Buch wurde zeitweilig konfisziert, was mich weitaus mehr schmerzte, konnte ich doch nun nicht mehr damit angeben.

Irgendwann bekam ich es natürlich zurück und irgendwann fehlten mir noch genau 21 Bilder. Der Verlag bot schon damals den Service an, das man fehlende Bilder per Post bestellen konnte, allerdings jedes nur einmal. So bestellte ich die letzten 21 fehlenden. Als Wochen später der fiebrig erwartete Umschlag in der Post lag, traf mich fast der Schlag – sie hatten ein falsches Bild dazu sortiert! Somit fehlte mir immer noch ein einziges.
Ich schrieb, halb sauer, halb bettelnd einen weiteren Brief und bekam kurz darauf noch einmal Post: Der letzte Sammelsticker. Der letzte Stein im Mosaik, der letze Schliff, die letzte Politur, das Tüpfelchen auf dem i, die Vervollständigung meines Sammelalbums: Das Bild von …
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Die Frage, auf die ich keine Antwort wusste

Mein Quasi-Paten-(Ex)-Nachbarskind (9 Jahre) ist jetzt in der Supermanphase. Das überlappt sich mit der Sponge-Bob- und der Bionicle-Phase. Ich halte das für gesünder, als die Yu-Gi-Ohh- und Dragonball-Phase.

Als er neulich mit seinen Eltern zum Spaghettiessen bei mir war, fiel sein Blick auf den Stapel alter Comics, den ich noch sortieren wollte (ein Teil von 14 unsortieren Umzugskisten). Die Spawn-Hefte wand ich ihm schnell aus den Fingern:
»Das ist noch nichts für Dich!« (›… und vor allem bist DU nichts für den Jahrgang Erstausgaben …‹).

Er fand dann ein paar alte Superman-Hefte und war mit leuchtenden Augen zufrieden. Später, als sie gingen mußte er noch einmal ins Bad. Dort fiel sein Blick wohl auf mein Rasierzeug, jedenfalls deutete er im Flur beim Jacke-anziehen auf meinen Schnitt am Hals (… es mußte mal wieder schnell gehen) und fragte:

Sag mal, kann Superman sich eigentlich beim rasieren schneiden?

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